KUEDO bei sub:city

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Wer mich ein bisschen besser kennt, weiß, dass ich, wenn ich mich verliebe,  dazu tendiere mich in Musik zu verlieben statt in Menschen. Letzte Nacht ging’s  mir so mit KUEDOs Set bei sub:city im K4.

Wenn du dir KUEDOs ‚Severant‘ Album noch nicht besorgt hast – tu es. Es ist  mehr als einmal beschrieben worden als: Vangelis‘ Blade Runner soundtrack trifft auf Future Bass Music und das dürfte auch der einfachste Weg sein, es zu beschreiben. Kühle schöne Synthies kombiniert mit warmen tiefen Subbässen und den herumwirbelnden funky Beats von Footwork – glaub mir, im Club funktioniert das sogar noch besser, weil du dort den Bass wirklich spüren kannst. Das ist aber nur eine Facette von dem, was er letzte Nacht gespielt hat. Da war auch (Post)Dubstep, Hiphop, Synthpop, Ravestep, sogar discoide Moment – viele verschiedene Stile und Stimmungen aber alle verschmolzen zu einem großen schnurrenden Ball aus Musik. Verzeiht meinen Enthusiasmus, aber das war einfach genau mein Ding.

Er setzte weder darauf, nur das zu spielen, was du von seinen VEX’D oder KUEDO Veröffentlichungen erwarten könntest. Noch verließ er sich auf die wuchtige Sicherheit des abgenutzten simpel strukturierten heavy Dubsteps, der die ‚meine-Eier-sind-genauso-groß-wie-der-Bass-da-drin‘ Teile des Publikums ja immer noch zu begeistern scheint. Selbstverständlich gab es auch heavy Parts, aber halt keine von der simplen langweiligen Wobblestepsorte. Stattdessen baute KUEDO ein komplexes Set mit Gewicht auf und einem guten Gespür für Ästhetik. Komplex, ja – aber in keinem Moment fühlte es sich überkonstruiert an. Er fixierte sich nicht darauf sich einer Beatmatch Linie entlang zu bewegen sondern spielte stattdessen mit aufregenden Kombinationen und damit, die richtigen Dinge im richtigen Moment zu droppen.

Es gibt Sets die ganz von einer Reise von Punkt A zu Punkt B bestimmt sind, auf einer eher geraden Linie, und die Spannung und Höhepunkte kreieren als wärst du auf einer Fahrt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Und es gibt es Sets, in denen diese Art Linearität egal ist, sondern die eher multidimensional erscheinen und die G-Punkte des Dancefloors kitzeln als ob jederzeit alles passieren könnte. Das kann schon auch  mal in Überstimulierung enden und ein bisschen viel werden nach einer Weile. KUEDOs Set ging mehr in Richtung des Letzteren, aber er bekam es fertig alles in einem smooth schwebenden Flow zu halten.

Es gab ein paar richtige Facemeltermomente. Für mich waren das ein paar von den footworkmäßig perkussiven Stellen über wunderschönen tiefen Subbasslinien, und auch ein großartiger heavy Ravebreakdwon und -buildup. Es gab auch ein paar Pop- und Spaßmomente, die ich liebte. Vielleicht war’s ja auch nur meine Art von Humor, aber ich musste lachen als er vom ach-so-(Neu)-Romantischen ‚Moments in Love‘ (Art Of Noise, Caspa remix(?)) gefühlvoll zu einem rüden Rap rübermixte, der irgendwas über ‚pussy juice, nigga‘ spittete.

Ich hab echt noch mal drüber nachgedacht, aber ich bleibe bei meinen Worten von letzter Nacht: Es war das beste Bass Music Set, dass ich bis jetzt gehört habe. Es stand irgendwie für alles, was diese Tage Bass Music zur aufregendsten und lebendigsten Ecke von elektronischer Musik macht. Danke, Mr. Teasdale!

P.S.:
Ich muss SUB:CITY auch noch mal danken: Ich liebe euch dafür, dass ihr uns wieder mal eine Nacht gebracht habt, die fast wie ein Statement gegen die Brostepifikation der Dubstep-Szene war, und zeigt dass es ein Platz für mehr Leute als nur männliche Hetero-Tough-Guys ist. Ich liebe eure Auswahl von Bookings, was ihr spielt, und die handgemachten Poster und Deko (besonders den mürrischen Mond!) – ich glaube, dass all das zusammen schon ausstrahlt, dass es um sowas wie social clubbing geht. Es waren wieder angenehm viele Frauen auf der Tanzfläche gestern wo es da bei anderen Dubstepnächten ungefähr so viele wie im Pit der meisten oldschool Hardcore/Punk Shows.
Trotzdem waren auch wieder ein paar Idioten unter den Gästen, was wirklich nervt, weil es nur ein paar solcher Hoolz braucht, um die Stimmung für viele zu verderben. Ich dachte, wir hätten die Zeiten von Schlägereien am Einlass hinter uns. Es ist ermüdend. Trotzdem glaube ich, dass es für fast alle eine großartige Nacht war!

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