„Wem gehört die Stadt?“ Vortrag und kulturelle Zwischennutzung des ‚Schocken‘

Am Dienstag, 5.3.13, war ich bei einem Vortrag von Andrej Holm zur ‚Recht auf Stadt‘ Bewegung. Er bot eine gebündelte und recht zügige Übersicht zu dem Thema, mit dem er vor zwei (?) Jahren schon mal beim Sozialforum Nürnberg zu Gast war. Empfohlen sei allen, die das Thema interessiert, z.B. dieser Text von ihm als Einstieg, oder auch zu aktuellen Beispielen sein Gentrification Blog.

Vorneweg hat Gerhard Faul vom Medienladen eine Einführung zum lokalen Bezug gegeben, gespickt mit Bildern und Infos zu Leerstandsmeldungen in Nürnberg und Fürth. Seit letzter Woche sind diese Städte auch mit auf, hier ein Link zum Nürnberger Teil. Er erwähnte zum Beispiel das gescheiterte leerstehende City Center Fürth, und wie trotzdem ein paar Hundert Meter weiter nun ein neues ähnliches Einkaufszentrum geschaffen werden soll, während das alte brachliegt und kulturellen ZwischennutzerInnen Knüppel zwischen die Beine geworfen würden.

Er erzählte allerdings auch von neuen gelingenden Zwischennutzungsplänen: In das ebenfalls leerstehende Kaufhof/Horten/Schocken Gebäude am Aufsessplatz in der Nürnberger Südstadt wird wohl nicht nur ein Bürgeramt, sondern auch ein neuer Kulturverein in die Gaststätte ‚Fränkische Stube‘ Einzug halten soll. Letzteres durch eine Gruppe von KünstlerInnen und KulturaktivistInnen, die als möglichen Namen davon gerade ‚Arti-Schocken‘ überlegt. Harhar. Aus dem Info:
„Wir werden ein gemischtes Programm aus Kabarett, Performances, Lesungen, Musik und Ausstellungen auf die Beine stellen. Das Programm wird stadteilorientiert gestaltet und die internationale Bevölkerungsstruktur berücksichtigt. Um auch einkommensschwachen Bevölkerungsschichten die Teilnahme an Kunst und Kultur zu ermöglichen, wollen wir einen Teil der Veranstaltungen ohne Eintritt durchführen.“
Dabei hilft es, dass sie die Räumlichkeiten wohl mietfrei nutzen können werden. Schöne Sache, ich drücke die Daumen!
Der ganze Abend stand unter dem Titel „Wem gehört die Stadt – demokratische Stadtplanung“ (hier noch mal der Infozettel) und es kam als dritter Redner noch Siegfried Dengler zu Wort (Architekt BDA, Master of Sience in ‚urban management‘ und seit Mai 2012 Leiter des Stadtplanungsamts Nürnberg), um die städtische Seite des Themas darzustellen. Ich verließ an diesem Punkt die Veranstaltung, beschwingt von den teilweisen Erfolgsgeschichten der Recht auf Stadt Bewegung, die Holm ermutigend und motivierend dargestellt hatte. Wie mir erzählt wurde, war das wohl auch der beste Zeitpunkt, um zu gehen, da es danach etwas niederschmetternder zuging, aber das mag ich nicht second hand bloggen.
Vielleicht noch als Schlussbemerkung: Ich fand das Publikum, das sehr zahlreich erschienen war, im Durschnitt erstaunlich alt, und damit meine ich 40 aufwärts, auch viele Senioren. Interessiert das Jüngere nicht, oder war der Flyer nicht ansprechend genug? Ich war überrascht davon.
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