Oh Mann (sic)

Oh Mann (sic), es ist echt bezeichnend für den Stellenwert von Feminismus in Deutschland wie groß der Aufschrei der Leute ist, die sich gegen die Einführung des generischen Femininum an der Leipziger Uni wehren. Die Hälfte der Kritisierenden kapiert nicht mal um was es geht, sondern plärrt einfach mal dumm rum, dass das doch nicht ginge, einen Mann als ‚Herr Professorin‘ zu bezeichnen und faselt rum, ob er dann auch in Stöckelschuhen lehren müsse. Gefundenes Fressen auch um die Maskulistenflamme mal wieder zu schüren. Die andere Hälfte pocht auf Traditionen und stammelt empört was von „aber das war doch schon immer so“ und „deutschö Sprachö öst unantastbarrr“. Es wäre zum Kotzen, wenn es nicht schon wieder belustigend wäre, in welchem rechtschreibfernen Gestammel dabei viele von ihnen ihre Kommentare verfassen. Und die Junge Union und irgendwelche Christen rotten sich zu fb-Seiten wie diesen zusammen: https://www.facebook.com/FuerdenRuecktrittVonBeateSchuecking
Aber wehe jemand wagte es in der Vergangenheit am generischen Maskulinum Kritik zu üben. Naja, bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein Bruchteil der Leute aus dieser Diskussion mit ein bisschen mehr Sprachbewusstsein rausgehen. Das hat ja schon bei der N-Wort/Kinderbuch-Diskussion hervorragend geklappt, die ein ähnlich deutliches Zeugnis für den Stellenwert von Rassismus in Deutschland war.
Ich empfehle mal wieder den Sprachlog, nicht nur zu diesem Thema.

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